Predigt(en) zu Weg des Glaubens

9 Inhalte

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.

Immer wieder, besonders dann, wenn Menschen Gottes Nähe in besonderer Weise erfahren, bricht es aus ihnen heraus, dass sie anfangen zu singen und Gott loben. Zum Beispiel singt Hanna ein Loblied, als sie nach langer Unfruchtbarkeit endlich schwanger wird (1. Samuel 2,1-10). Oder Paulus und Silas, als sie gefesselt im Gefängnis sitzen, fangen an zu singen. Die Gefangenen ringsum hören es. (Apostelgeschichte 16, 25) Und denkt an die 150 Psalmen in der Mitte der Bibel! Das sind alles Glaubenslieder. Lieder für alle Lebenslagen, in denen gedankt und gelobt, aber auch geklagt und mit Gott gerungen wird. Margot Käßmann sagt: „Singen gehört zu unserem Glauben von Anfang an. Wenn heute viel nach Spiritualität gefragt wird, können wir sagen: Im Singen erfahren wir Gottes Nähe und Trost durch die Worte anderer, wenn wir keine Worte finden!“

Christus spricht: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben

Lasst Neues wachsen!
Seit letztem Sommer pflegen wir ein Gärtchen hinterm Haus. Als Unkundige sind wir unsicher, was wir beschneiden müssen. Wir probieren einfach. So habe ich im Herbst bei einem Weinstock die alten Triebe abgeschnitten. Als der kahle Stock dastand, war ich erschrocken. Wie abgestorben sah er aus. Ob da im nächsten Jahr wieder was wächst? Siehe da: Aus dem knochigen Stock wachsen grüne Triebe. Für mich ist das zum Bild für unsere Gemeinden geworden. Auch wenn wir in den vergangenen Wochen das kirchliche Leben arg beschnitten wurde, ist es nicht abgestorben. Da ist Leben, das wir nicht sogleich sehen können. Auch wenn wir nicht in gewohnter Weise unsere Gemeinschaft leben können, kann diese neue Impulse bekommen – gerade aus der Dürre heraus, die wir jetzt erleben.

Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft

Ein Wort aus dem Buch des Propheten Jesaja (Kapitel 40,29.31) für den heutigen Sonntag passt in diese Situation. Es ruft Menschen, die müde und kraftlos geworden sind, zum Durchhalten auf: Der HERR gibt den Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden….Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.  

Gespannte Einheit

Paulus sagt der Gemeinde, was sie zu tun und zu lassen hat. Es geht ihm um ganz alltägliche Dinge, die aber in der Gemeinde in Rom wohl für viele Konflikte gesorgt haben. Solche Konflikte kennen wir auch heute. Alltägliche Handlungen werden in Gemeinden und auch auf höheren Ebenen zu Problemen, die gläubige Christen spalten. Ein sehr aktuelles Beispiel in unserer weltweiten Kirche, aber auch hier in Deutschland, ist die Debatte um Homosexualität. Aber es muss nicht gleich Grundsatzentscheidungen betreffen. Andere Beispiele wären Gottesdienstzeiten oder auch die schlichte Frage, ob beim Kirchenkaffee fair gehandelter oder aber konventionell angebauter Kaffee angeboten werden soll.

Gott liebt dich jetzt!

Vers 1 unseres Predigttextes beginnt mit den schlichten Worten: Folgt nun dem Beispiel Gottes als geliebte Kinder …
Das Wort ‚folgen‘ löst gleich wieder Widerwillen in mir aus. „Willst du nun folgen!“ Endlich folgen, das zu tun, was ich dir sage! – Solche Sätze habe ich da schon noch aus meiner Kindheit im Ohr, folgsam zu sein, als veraltetes Synonym für gehorchen, artig sein.

Christus führt uns in die Weite

Die Passionszeit hat begonnen. Das Motto „Großes Herz – 7 Wochen ohne Enge“ ist doch wirklich gut. Versucht doch in den nächsten Wochen da mal bewusst bei Gesprächen mit anderen hinzuhören. Überlegt, ob es z.B. sein muss, dass ihr euch über die Fehler der anderen aufregt. Versucht, nicht mitzumachen bei den oft allzu einfachen Schuldzuweisungen. Fällt keine gnadenlose Urteile. Versucht mit weitem Herzen auf die Situation zu schauen. Versucht zu verstehen, warum der andere so ist und so gehandelt hat.

Die Freiheit zum Glauben an Gott

Nachfolge ist ein Schritt in eine unerhörte Freiheit. Eine Freiheit, die mich auch fordert, eine Freiheit für ein Leben mit Gott. Das ist das, was wir gewinnen. In jedem Fall führt der Weg der Nachfolge nicht an unserem Leben vorbei, sondern in es hinein. In ein erfülltes Leben, ein Leben, in dem ich meine innere Sesshaftigkeit verliere…

Lebe demütig, sanftmütig und langmütig!

von

Demut als eine tiefere Einsicht in die Fehlbarkeit der eigenen Person. Das heißt, ich weiß um meine Begabungen und bringe diese in die Gemeinschaft ein. Ich bin dankbar für alles, was gelingt. Aber da gibt es eben auch Grenzen bei mir, bei anderen, für uns Menschen überhaupt. Nicht alles ist machbar. Und ich mache eben auch Fehler, ich irre mich und ich bin darauf angewiesen, dass die anderen mir vergeben.