Predigt(en) zu Nachfolge

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Christus spricht: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben

Lasst Neues wachsen!
Seit letztem Sommer pflegen wir ein Gärtchen hinterm Haus. Als Unkundige sind wir unsicher, was wir beschneiden müssen. Wir probieren einfach. So habe ich im Herbst bei einem Weinstock die alten Triebe abgeschnitten. Als der kahle Stock dastand, war ich erschrocken. Wie abgestorben sah er aus. Ob da im nächsten Jahr wieder was wächst? Siehe da: Aus dem knochigen Stock wachsen grüne Triebe. Für mich ist das zum Bild für unsere Gemeinden geworden. Auch wenn wir in den vergangenen Wochen das kirchliche Leben arg beschnitten wurde, ist es nicht abgestorben. Da ist Leben, das wir nicht sogleich sehen können. Auch wenn wir nicht in gewohnter Weise unsere Gemeinschaft leben können, kann diese neue Impulse bekommen – gerade aus der Dürre heraus, die wir jetzt erleben.

Botschaft des Bischofs – Wozu sind wir da?

»Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.« So lesen wir im 2. Timotheusbrief. Immer wieder kam mir dieses Bibelwort in den zurückliegenden Tagen in den Sinn. In ganz unterschiedli-chen Situationen wurde es plötzlich lebendig: wenn es galt, schwierige Entscheidungen für uns als Kirche zu treffen; wenn es galt, geduldig zuzuhören und zu ermutigen, oder wenn es galt, völlig klar, rasch und eindeutig zu agieren. »Nicht Furcht, sondern Kraft, Liebe und Besonnenheit.«

Gespannte Einheit

Paulus sagt der Gemeinde, was sie zu tun und zu lassen hat. Es geht ihm um ganz alltägliche Dinge, die aber in der Gemeinde in Rom wohl für viele Konflikte gesorgt haben. Solche Konflikte kennen wir auch heute. Alltägliche Handlungen werden in Gemeinden und auch auf höheren Ebenen zu Problemen, die gläubige Christen spalten. Ein sehr aktuelles Beispiel in unserer weltweiten Kirche, aber auch hier in Deutschland, ist die Debatte um Homosexualität. Aber es muss nicht gleich Grundsatzentscheidungen betreffen. Andere Beispiele wären Gottesdienstzeiten oder auch die schlichte Frage, ob beim Kirchenkaffee fair gehandelter oder aber konventionell angebauter Kaffee angeboten werden soll.

Das Evangelium vom Guten Hirten

Liebe Schwesten, liebe Brüder, heute feiern wir den sogenannten „Hirtensonntag“ – Miserikordias Domini – so die Bezeichnung im Kirchenjahr. Er ist vor allem bestimmt vom Evangelium vom Guten Hirten, das wir auch eben in der neutestamentlichen Lesung hören durften (Johannes 10, 11-16 – Auszug aus „Der gute Hirte“). Der Text versichert uns, der Gute Hirte […]